Erlebe die Farben und verführe deine Vorstellungskraft
Mag. Tamara O'Byrne
Atelier: Kindergartengebäude 1. Stk., Bachweg 17, A-6600 Breitenwang

Wohndresse: Gipsmühlstrasse 34a, A-6600 Breitenwang/Reutte i.T.

Telefon: +43 / (0) 664 / 513 7017


Ich wurde am 28. September 1967 in Leoben geboren und genoß eine glückliche Kindheit. Mit 19 schloß ich die HBLA in Leoben mit dem Abitur ab, kaum das Zeugnis in der Hand, begann ich in Graz bei der Firma SCANIA-LKW zu arbeiten. Nach eineinhalb Jahren neue Perspektiven suchend wechselte ich zu einem exklusiven Einrichtungshaus in Leoben, wo mich nach weiteren eineinhalb Jahren die Routine wieder zur Neuorientierung trieb. Diese fand ich umgehend bei der Kleinen Zeitung im Regionalbüro Leoben. Die Suche und Unruhe hielt sich wieder ein gutes Jahr in Grenzen. Doch ich wollte mehr. Mehr entscheiden können, mehr bewegen, mich mehr engagieren. Mit meinen damals 24 Jahren, als ich mich für mein Volkswirtschafts-Studium entschied, wäre es mir nie in den Sinn gekommen, stattdessen Kunst zu wählen. So schön und (ent)spannend die Malerei schon damals für mich war, eine Muße als Existenzgrundlage? Für mich zu jener Zeit unvorstellbar.

Heute weiß ich, dass mir meine Vorgeschichte die Grundlage zu meiner Art der Malerei lieferte: All die Erfahrungen in der Arbeitswelt. Im Studium. Persönliche Höhenflüge und scheinbare Rückschläge. Lebensgeschichten anderer Menschen, wie ich sie im Laufe meiner 5-jährigen Tätigkeit als Personalreferentin vielfältig erfuhr.





Die relativen Wirklichkeiten, eben die subjektiven Wahrnehmungen. Die Spannung zwischen Verstand und Intuition sowie zwischen sozialem Gewissen und Wirtschaftlichem Handeln. Zwischenmenschliche Konflikte. Die Vermengung selbst Erlebtem und der Literatur Entliehenem.

Ein schier endloser Wahrnehmungs- und Erfahrungsschatz, aus dem meine Quelle entspringt. Meine Quelle unzähliger innerer Bilder, die ich im Malprozess entdecke, wieder belebe, umkehre, in Frage stelle oder interpretiere. Und je mehr ich in diesem Fundus rühre, desto exponentieller entfalten sich meine oft unbewusst gespeicherten Wahrnehmungen aus Vergangenheit und Gegenwart. Die anfängliche symbolische Quelle speist heute einen kleinen Wildbach. Für ihn wie auch für mich ist eigen die Freude an Bewegung, Veränderung, Spontanität. Widerstände als Herausforderung, neue Wege zu finden. Kaum gebändigt, an Kraft gewinnend, die schon als kleiner Quell gegeben. Fordernder, lebhafter, immer mehr Energie entfaltend. Spuren hinterlassend. Kleine Irrwege, vielleicht Ausläufer, aber unbeirrt den Weg suchend. Immer fließend. Kaum innehaltend. Der Wildbach und ich.

Gefühle sprudeln scheinbar haltlos, als wäre der Verstand verbannt. Ich denke nicht immer darüber nach, was ich male. Oft passiert es intuitiv schöpferisch. Lasse Gefühlen und Intuition freien Lauf. Hände und Herz wissen, was zu tun ist. Anders ausgedrückt ist jedes Werk ein unbewusst sich anbahnende und impulsiv vollziehende künstlerische Inspiration. Innehalten bedeutet für mich, Geschaffenes zu genießen, zu betrachten, aufzunehmen und vielleicht zu verstehen. Einen Namen zu finden, Worte, die dies ausdrücken aber nicht erdrücken. In einer sehr schnelllebigen Zeit Bleibendes zu schaffen, nichts Anonymes, Digitales, mit Zahlen bestückt. Beliebig austauschbar und ersetzbar, wiederholbar oder reproduzierbar. Nichts dergleichen.

Die Malerei verstehe ich als ein Handwerk, das den Zeitgeist und die Menschen unserer Zeit berührt, spiegelt, zügelt, anspornt. Den Dialog fördert und mit der Welt des Betrachters kommuniziert. Je nach Stimmung. Die Natur habe ihre Launen, sagt man. So auch wir, so auch ich. Mal optimistisch, mal zynisch oder pessimistisch, mal über die Ufer tretend, mal schüchtern untertauchend. So bleibt der Dialog spannend, den Faktoren des Menschseins und der Umgebung ausgesetzt. Mit der Malerei habe ich ein schier unerschöpfliche Welt empfangen, sie macht mich zu einer Besessenen dieses Handwerks. Eine Welt, in der ich mich als Wildbach, genährt von einer inneren Quelle wiederfinde. Ein Wildbach, der nur an von der Natur bestimmten Stellen zu Ruhe kommt? Ja, möglich. Aber irgendwann wird vielleicht auch der Wildbach zum Fluss, zum Strom, zum See, zur See? Schön, dass ich dies noch nicht weiß!