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RELATIVE WIRKLICHKEITENTamara O’Byrne’s abstrakte expressionistische Malerei vermischt sich mit realen Teilen und vermittelt ein wahres Orchester von Emotionen. Durch das Festhalten von Bewegungen, ohne sie zu fixieren, durch das gekonnte Spiel mit Farben, den vielen Nuancen, Übermalungen, Farbfolgen, Zurücksetzen und Hervorhebungen kommt es zu keiner Erstarrung, sondern die Bewegung und die Emotionen setzen sich fort mit der Beteiligung des Betrachters durch das Eintauchen in eine zuversichtliche, optimistische Welt. Die Begegnung mit der Person O’Byrne bestätigt ihr Werk. Die Stimmigkeit von Werk mit einer nahezu poetischen Unruhe und der Schöpferin ebendieser, ein Energiebündel mit einem festen Blick, der einem tief in die Seele zu dringen scheint. Eine scheinbar selbstbewusste, mutige, aber letztlich äußerst sensible Zeitgenossin, die sich inmitten ihrer Arbeit am sichersten fühlt. Mit der Ausstellung „Relative Wirklichkeiten“ sucht sie die Auseinandersetzung mit Erfahrungen und Erkenntnissen, die in ihr als sehr wahrheitsliebender, direkter und in seiner Ausdrucksweise unverblümter Mensch oft nur Staunen hervorrief. Eine Lüge ist nicht immer eine Lüge, sie ist oft letztlich die eigene, persönliche, eben relative Wirklichkeit. So auch jede Emotion, jede Überzeugung, jedes Empfinden. Und treffen solche Wirklichkeiten nun in Verkörperung von Kunst und Menschen zusammen, ist dies eine wundervolle Gelegenheit, die vielen Facetten von Realität wahrzunehmen. Den 3-dimensionalen Aspekt zu den relativen Wirklichkeiten liefert der renommierte Kärntner Bildhauer Herbert Unterberger, aus dessen kreativer Kraft das vereinigende Genie der Liebkosung und des Brechens hervorquillt. „Monstre sacré“ der Beherrschung der extremen Kräfte schleudert uns der Künstler in die tiefste Konfrontation zwischen Sanftheit und Gewalt, graziler Leichtigkeit und sichtbarer Schamlosigkeit, eine Verbindung von Geist und Händen. Seine Werke rufen die Kraft des Genusses hervor, wie ein Aufstieg, ein Zornesausbruch des Lebens, ein Wegreißen vom Alltag … eine ewige Sekunde, von den Göttern der Inspiration geliehen. Original Text, Französisch von Mag. DI. Aude Wassertheurer Auszug aus der Rede von Prof. Rolf Aschenbrenner anlässlich der Ausstellung in Imst: "... vor einigen Jahren hatten Tamara und ich unsere erste Begegnung. Als ich ihre letzten bilder gesehen habe, war ich angenehm berührt von der experimentellen Lust an Farbe und Form. Dieser neue Aufbruch zeigt für mich den Sieg des Geistigen in ihrer Arbeit auf gegen die Gewalt, die rund um uns täglich geschieht. also ein Sieg des Geistigen gegenüber täglicher Gewalt und sonstiger negativer Dinge. Wichtig ist, daß Tamara bis jetzt und immer auf der Suche nach ihren inneren Bildern ist, und das ist etwas ganz Wichtiges. Wie könnte so ein Bild entstehen? Beim Malakt, sehr spontan, wo in einem kurzen, entscheidenden Moment Farbe und Form ein Bündnis eingehen, sich gegenseitig zu ihrem gemäßen Grundcharakter im Bildgefüge verhelfen und so den Weg für weitere Form- und Farbelemente frei machen und im Bildkonstrukt die gewachsenen und richtigen Lagen oder Orte im Bild zuordnen. So versucht Tamara bewußt nicht irgend etwas auszuschließen, sondern für sie anerkannte Gültigkeit mit allen Unsicherheiten in ihren bildern zu finden. Die Bilder haben für mich eine frische Leichtigkeit, die auf den Betrachter unkompliziert zugehen. Die Arbeiten entbehren aber in keiner Weise hoher Energie und Dynamik. Ein gelungener Aufbruch in eine neue Ebene." Auszug aus dem Buch "Angst vor dem Fliegen" von Erica Jong: Diese Zeilen möchte ich hier zitieren, weil sie mir aus der Seele spricht. Eigene Ergänzungen bzw. Synonyme finden sich in (Klammern): "...Geruch einer bestimmten Seife kurbelt bestimmte Erinnerungen oder Assoziationen an...Dann frage ich mich verwundert, wie viele weitere Erinnerungen wohl in den Schlupfwinkeln meines Gehirns vor mir verborgen sind. Ja, mein Gehirn erscheint mir dann als die letzte große terra incognita, und die Aussicht, dort unter Umständen eines Tages Welten zu entdecken, erfüllt mich mit freudigem Staunen. Man stelle sich das versunkene Atlantis und all die anderen versunkenen Eilande der Kindheit (Vergangenheit) vor, die nur darauf warten, wieder ins Bewußtsein gehoben zu werden. Der innere Raum, den wir nie genug erforscht haben. Die Welten innerhalb der Welten der Welten. Und das Wunderbare ist, daß sie auf uns warten. Wenn es uns nicht gelingt, sie zu entdecken, so liegt es daran, daß wir noch nicht die entsprechende Transportmöglichkeiten haben - Raumschiff oder Unterseeboot oder (Bild) - die uns dorthin bringen. Das ist (zum Teil), warum ich (male). Wie kann ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht sehe, was ich (male)? Meine Arbeit ist das Unterseeboot oder das Raumschiff, das mich zu unbekannten Welten in meinem Kopf befördert. Und das ist ein endloses, nicht auszuschöpfendes Abenteuer. Wenn ich lerne, mir das richtige Vehikel zu konstruieren, kann ich sogar noch weitere unerschlossene Gebiete entdecken. Und jedes neue (Bild) ist ein neues Vehikel, das mir erlaubt, noch ein wenig tiefer zu tauchen oder höher zu fliegen als das vorige." |